Ausflug in die Traben-Trarbacher Unterwelt

"Es lagern in den Kellereien der Traben-Trarbacher Weinhändler über 15.000 Fuder. Mit Bahn und Schiff wurden 1899 18.000 Fuder versandt." Diese Zeilen sind aus dem Führer durch Traben-Trarbach von 1902 zu entnehmen, als es in der Doppelstadt noch über 100 Weingüter und Weinkellereien gab. Die Gelegenheit, drei dieser Kellereien zu besichtigen und einiges Wissenswerte über Kellereiwirtschaft und Weinhandel aus der damaligen und heutigen Zeit zu erfahren, besteht bei der Führung am Freitag, 30. Juli 2010 um 18.00 Uhr und 19.30 Uhr. Treffpunkt ist auf dem Parkplatz vor dem Hotel Anker in Traben.

Folgende Weinkeller werden dabei vorgestellt:

Weingut Carl Dinkel:

Im März 1913 stellte Carl Dinkel jun. den Bauantrag für einen Neubau auf seinem Grundstück „Flur 8 im Bungert...“ zwischen der Villa Johann Wilhelm Huesgen und dem Wohnhaus von Frau Mathilde Haack an der Moselwerft. Der darunter liegende Gewölbekeller gehört baugeschichtlich zur Gruppe der aus Gründen optimaler Verlademöglichkeit aufs Schiff am Ufer liegenden Weingutskeller (Kapazität 40 Fuder Fasswein und 10 Fuder Flaschenwein). Welche Ausmaße das Tonnengewölbe hat und wie die durch Hochwasser gefährdeten Weinfässer gesichert wurden, können Sie u. a. bei dieser Führung erfahren.    

Ehemalige Weinkellerei Wilhelm Haussmann (danach Nollen, jetzt Weingut Römerhof):

Diese dreigeschossige Kelleranlage nutzt das natürliche Gefälle des Berghanges. Aus dem Kelterhaus in den Weinbergen lief der Most zunächst in einen seitlich versetzten Keller und von dort in den Gärkeller. In den darunterliegenden Parallelgewölben reifte der Jungwein bis zu seinem Verkauf entweder in traditonellen Fuderfässern aus Eichenholz oder in riesigen, bereits vor dem 1. Weltkrieg eingebauten und ausgekachelten Betontanks.

Ehemalige Weinkellerei J. W. Huesgen (danach Richard Langguth, jetzt F. W. Langguth Erben - Güterverwaltung Stiftungsweingüter):

Das Kreuzgewölbe dieses Großhandelskellers wird von einer beeindruckenden zentralen Säule getragen. Einst gehörte das Gelände dem Kloster Springiersbach, das bereits im 12. Jh. seine Keller in Trarbach hatte. Die traditionsreiche Weinkellerei J. W. Huesgen (gegr. 1764) erwarb nach der Säkularisation 1813 diesen Besitz und erstellte Erweiterungsbauten, so am Moselufer vor dem langgestreckten barocken Kelterhaus 1861 eine klassizistische Villa. Die verwinkelten, riesigen Keller reichen von der Rißbacherstraße bis zur Mosel. 

Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt, daher wird um Anmeldung bei der Tourist-Information gebeten. Die Führung kostet 5 Euro inkl. ein Glas Wein. Den Weinausschank übernimmt die Güterverwaltung Stiftungsweingüter.  

Nähere Infos und Anmeldung unter:
Tourist-Information Traben-Trarbach
Tel.: 06541-83980
info@traben-trarbach.de


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