Praxisnachfolge in Traben-Trarbach gesichert

Praxisnachfolge in Traben-Trarbach gesichert
Dr. med. Volodymyr Iaroshevych übernimmt die Praxis von Dr. med. Kerstin Dirnecker und Martin Dirnecker

Traben-Trarbach. Die hausärztliche Versorgung in Traben-Trarbach ist gesichert: Dr. med. Volodymyr Iaroshevych wird die Praxis von Dr. med. Kerstin Dirnecker und Martin Dirnecker übernehmen. Für viele Patientinnen und Patienten ist dies eine wichtige und beruhigende Nachricht. Die Sicherung der Praxis ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Bernkastel-Wittlich, der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz und den beteiligten Ärzten. Auch der Stadtbürgermeister sowie der Bürgermeister der Verbandsgemeinde zeigen sich erleichtert über diese Entwicklung. Sie wissen: Eine solche Lösung ist heute keineswegs selbstverständlich. In anderen Fällen konnten trotz intensiver Bemühungen keine Nachfolger gefunden werden – mit der Folge ersatzloser Praxisschließungen.

Die Praxis ist in Traben-Trarbach seit zwei Generationen fest verankert: Bereits seit 1950 wird hier hausärztliche Versorgung angeboten. Nun erfolgt nach 36 Jahren die Stabübergabe an die nächste ärztliche Generation.

Vor dem Hintergrund des massiven Ärztemangels ist die Freude über die gelungene Übergabe entsprechend groß. „Es fühlt sich so an, als wäre er schon immer da“, sagt Dr. med. Kerstin Dirnecker mit Blick auf ihren Nachfolger. Die Übergabe kam dennoch kurzfristig, sodass im Hintergrund noch organisatorischer Feinschliff zu leisten ist. Dr. med. Kerstin Dirnecker wird den Übergang begleiten und der Praxis weiterhin als angestellte Ärztin zur Verfügung stehen. Auch Dr. med. Sabine Mänken bleibt dem Praxisteam erhalten.

Auch personell ist die Praxis gut aufgestellt: Zum 1. April beginnt eine neue Medizinische Fachangestellte, im kommenden Schuljahr startet zusätzlich eine Auszubildende. Neue Patientinnen und Patienten ab 16 Jahren können weiterhin aufgenommen werden.

Erfolgreiche Netzwerkarbeit zahlt sich aus

Die gelungene Praxisübernahme ist ein großer Glücksfall für die Region – aber kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer strukturierten und langfristigen Zusammenarbeit im Rahmen der interkommunalen Kooperation „Gesundheit miteinander Zukunft“ der vier Landkreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Vulkaneifelkreis und Bitburg-Prüm.

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich stellt hierfür eine halbe Stelle für die Netzwerkbetreuung zur Verfügung. Diese kontinuierliche Arbeit war mitentscheidend dafür, dass hier ein Nachfolger gewonnen werden konnte.

Perspektivisch soll auch Frau Iaroshevych in die Praxis einsteigen. Derzeit absolviert sie über den Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin – ebenfalls betreut im Rahmen der Netzwerkstelle beim Landkreis – eine Weiterbildungsstation bei Dr. Süß.

Langfristige Strategie seit 2022

Dass eine Praxisnachfolge heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist, zeigt der Blick in viele Kommunen. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen stehen vor der großen Herausforderung, keinen ärztlichen Nachwuchs zu finden.

Die Vorarbeit für die jetzige Entwicklung begann bereits 2022 mit dem Start der Initiative „Gesundheit miteinander Zukunft“. Seitdem organisiert die Initiative regelmäßig Gruppenfamulaturen, um Medizinstudierende auf die Region aufmerksam zu machen, betreut Weiterbildungsverbünde und erhebt die Bedarfe der Praxen – unter anderem durch Befragungen. Der Zugang zu den Wünschen der Praxen und zu belastbaren Daten ist dabei aufwendig und erfordert Vertrauen.

„Wir können nur mit den Praxen arbeiten, die auch mit uns arbeiten wollen“, betonen die Verantwortlichen. Eine enge Rückmeldung und Mitwirkung der Praxen ist daher entscheidend für den Erfolg. Das Netzwerk versteht sich dabei nicht als reiner Vermittler, sondern als strukturierter Prozessbegleiter – von der ersten Kontaktaufnahme über die Nachwuchsgewinnung bis hin zur konkreten Praxisnachfolge. Da die Versorgungslücke besonders im ländlichen Raum weiterhin bestehen und wachsen wird, ist eine Mitarbeit der Ärzte auch als Zukunftsinvestition wichtig – selbst wenn eine geplante Praxisabgabe erst in zehn Jahren ansteht. Die jetzige Übernahme zeigt, dass dieser Ansatz wirkt und Modellcharakter für andere Regionen haben kann.

Hinweis: Passend zu den aktuellen Herausforderungen bietet das Netzwerk regelmäßig Fachveranstaltungen an. Die nächste Netzwerk- und Fortbildungsveranstaltung findet am 14. März 2026 auf der Burg Rittersdorf in Bitburg statt. Thema: „Praxisaufgabe als Gestaltungsaufgabe – Strukturen, Prozesse, Entscheidungen“.

Kontakt für interessierte Praxen
gesundheitsversorgung@bernkastel-wittlich.de
https://ikz-gesundheit.de/

Auf dem Bild sind vlnr: Marcus Heintel, Martin Dirnecker, Dr.med. Kerstin Dirnecker, Dr.med. Volodymyr Iaroshevych, Patrice Langer, Susan Menges