Neujahrsrede 2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

ich begrüße sie zum Neujahrsempfang der Stadt Traben-Trarbach.

Die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl zeigen leider, dass der Einfluss extremistischer und demokratiefeindlicher Strömungen in Teilen unseres Landes stark wächst. Diese Entwicklung sollte uns alle aufrütteln und extrem wachsam machen.

Auch im Bereich der Verbandsgemeinde und unserer Stadt lassen sich solche Tendenzen leider bereits beobachten – eine Entwicklung, der wir gemeinsam entgegenwirken müssen.
Am 22. März 2026 steht für unsere Stadt, für unser Bundesland Rheinland-Pfalz und für die gesamte Bundesrepublik ein wichtiges politisches Ereignis bevor. An diesem Tag findet die Wahl zum Rheinland-Pfälzischen Landtag statt. Unsere Bürgerinnen und Bürger haben dann die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben und damit die politische Richtung unseres Landes, aber dadurch indirekt auch im Bundesrat aktiv mitzubestimmen.

Sie meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger sind gefragt von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und mit Ihrer Stimme unsere demokratische Grundordnung zu stärken und zu schützen.
Es ist höchst wichtig sich gut zu informieren, Fakten sorgfältig zu prüfen und sich nicht von falschen Versprechungen leiten oder sich von Fehlinformationen täuschen zu lassen. Eine starke Demokratie lebt davon, dass wir wachsam bleiben, respektvoll miteinander umgehen und verantwortungsvoll wählen.
Unsere Gesellschaft kann nur existieren mit Respekt, Offenheit, einem starken Zusammenhalt und einem friedlichen und solidarischen Miteinander.

Populisten leben von Angst und Spaltung. Aber ich bin überzeugt:
Das, was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt.

Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen füreinander einstehen. Wo zugehört wird. Wo Respekt wichtiger ist als Lautstärke. Das sehe ich jeden Tag – im Ehrenamt, in Nachbarschaften, in kleinen Gesten, die Großes bewirken. Lassen wir uns also nicht entmutigen. Lassen wir uns leiten von Zuversicht, Menschlichkeit und Mut
Geben wir Populismus, Extremismus, Ignoranz und Intoleranz keine Chance – und setzen wir gemeinsam ein Zeichen für unsere Demokratie, für Respekt und ein friedliches Miteinander.

Lassen Sie uns aber trotzdem optimistisch und verantwortungsvoll in die Zukunft blicken. Gemeinsam können wir die Weichen für eine positive Entwicklung unserer Stadt stellen.

Kommen wir zum Haushalt: Doch, Hand aufs Herz: Zu jedem Haushalt werden zunächst große Sorgen hochstilisiert. Die Rückschau hat uns jedoch immer wieder gelehrt, dass wir am Ende deutlich besser abschließen, als zunächst befürchtet. Den Blick zurück sollten wir daher niemals aus den Augen verlieren.

Vielleicht interessanter als das momentane Fernsehprogramm ist unser Haushalt mit seinen 177 Seiten, den sie sich in Kürze im Rahmen der Offenlage bei der Verbandsgemeinde zu Gemüte führen können. Zahlen sind – wie bei jedem aufzustellenden Haushalt – zunächst Schall und Rauch.

Hier, in aller Kürze die Eckdaten:

Der Ergebnishaushalt schließt mit Erträgen in Höhe von
13.245.650 € und Aufwendungen in Höhe von 13.242.850 € ab.
Dies ergibt einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.800 €.
Finanzhaushalt: Dem Gesamtbetrag der Einzahlungen in Höhe von 21.650.050 € stehen Auszahlungen in Höhe von 21.648.000 € gegenüber. Der Saldo der ordentlichen Ein- und Auszahlungen beläuft sich im Planjahr auf 332.850 €. Der nach Berücksichtigung der planmäßigen Tilgung von Investitionskrediten (330.800 €) verbleibende Finanzmittelüberschuss in Höhe von 2.050 €.

Investitionskredite nehmen wir in Höhe von 3.348.100 € auf. Der voraussichtliche Stand des Eigenkapitals zum 31.12.2025 betrug 21.038.060 € und zum 31.12.2026 21.040.860 €.

Natürlich sind wir wie immer der größte VG-Umlagezahler mit 2.815.500 €. Dem Kreis überweisen wir 3.318.500 €, alles im allem, gehen also 6.134.000 € in die Finanzausgleichsumlagen.
Beachtlich, was wir mit dem kläglichen Rest alles auf die Beine stellen.

Noch am Rande bemerkt: So schlecht kann es um uns in unsere Republik nicht bestellt sein, wenn man bedenkt, dass in der Silvesternacht innerhalb kürzester Zeit über 200.000.000 Euro in Form von Feuerwerk in den Himmel verschwanden. Zum Vergleich: Der Haushalt des Kreises Bernkastel-Wittlich für seine rund 116.000 Einwohner weist in etwa denselben Betrag auf.

Wir leisten uns keine Extravaganzen, wir versuchen unsere Stadt als Mittelzentrum attraktive zu halten und wir müssen in die Zukunft investieren. Es hat wenig Sinn Investitionen auf die lange Bank zu schieben. Als ich 2014 meine erste Amtsperiode angetreten habe, tat sich ein Berg von Altlasten auf, von denen heute noch einige nachwirken, so u.a. Grevenburg und Mittelmoselmuseum. Solche Altlasten möchte ich kommenden Räten nicht vererben???

 

Für alle Zweifler – auch wenn ich bezweifle, dass diese sich heute hier im Bürgersaal eingefunden haben – und für jene, die lieber aus der Distanz urteilen: Diese Veranstaltung wird aufgezeichnet und auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht. Und an alle, die weiterhin behaupten, in unserer Heimatstadt passiere nichts, hier ändere sich nichts, hier werde nur verwaltet und nicht gestaltet: Ich nehme sie jetzt zu einem exemplarischen Rückblick auf ein Jahr voller Arbeit mit, Entscheidungen und Bewegung – und einen Ausblick, der unmissverständlich klar macht: Diese Stadt steht nicht still.
Und ihre Zukunft wird alles andere als langweilig.

Das Jahr begann turbulent. Kaum war der MoselWeinNachtsMarkt erfolgreich beendet, trat die Mosel über die Ufer. Dank unserer Feuerwehr und des Bauhofs kamen wir glücklicherweise mit einem blauen Auge davon. Stürmisch ging es weiter: Nach einem heftigen Sturm wurde das Dach des Bürgersaals teilweise abgedeckt. Zum Glück blieb es bei materiellem Schaden. Zum Wochenende darauf folgten zwei Neujahrsempfänge in kurzem Abstand: Zum einen der Empfang der Ortsgemeinde Kröv mit unserem Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer. Er war sehr bewegend, da der Opfer des Hoteleinsturzes in Kröv gedacht und den Einsatzkräften gedankt wurde. Am nächsten Tag fand der Neujahrsempfang der Stadt Traben-Trarbach statt – weniger spektakulär, aber dafür umso familiärer.
Am 13.01. wurde es noch einmal spannend. Nach vier Jahren ohne unsere Brückenschenke und insgesamt 18 Bewerbern ging es in die letzte Runde. Und was soll ich sagen: Es hat funktioniert – wir haben ein neues Pächterehepaar!

Am 28.06. durften wir ein grandioses Fest mit organisieren und erleben: Der Ruanda-Tag & Fairplay war in Traben-Trarbach zu Gast. Dabei wurden Mittel für die Schulküche der rheinland-pfälzischen Partnerkommune in Ruanda gesammelt – ein absolut großartiger Erfolg!

Der Breitbandausbau nähert sich seiner Endphase. Es gab unterwegs manche Schwierigkeiten und nicht alle Erwartungen wurden erfüllt, doch im Vergleich zu den Erfahrungen unserer Nachbarkommunen hatten wir letztlich noch verhältnismäßig Glück.

Bunker: Anfang Februar fand ein Treffen mit der lokalen Politik sowie dem Landesamt für Steuern statt. Im Vorfeld hatten die im Landtag vertretenen Parteien die Möglichkeit, sich die Liegenschaft im Detail anzusehen. Und was den Cyberbunker betrifft: Eigentlich ist die Katze aus dem Sack. Wir wissen nicht wann, wo, wer genau, aber wir wissen, dass gewisse Kommandostrukturen in Bundewehr und NATO ein hohes Interesse an der gesamten Anlage mit 13,5 ha samt UTA Untertageanlage und haben. Wir bleiben am Ball!!

Was wäre unsere Stadt ohne das Ehrenamt? Besonders hervorheben möchte ich die beeindruckenden 30 Arbeitseinsätze unserer „Ameisen“– insgesamt 501 Stunden ehrenamtlicher Arbeit.
Der 28.09. ein denkwürdiger Tag, unsere Ameisen dürfen ihr
10-jähriges Bestehen feiern. Herzlichen Glückwunsch und Dank für euer langjähriges engagiertes Mitwirken!
Auch die Aktivitäten von TTA sollen nicht unerwähnt bleiben. So konnte der Brunnen mit der „Moselliebe“ mit Unterstützung von TTA, dem Weingut Ehses und weiteren Sponsoren professionell restauriert und am 19.04. seiner Bestimmung übergeben werden. Und damit nicht genug: Ich durfte am 29.08. persönlich dabei sein, als der neue Inster-Fotohotspot – das Moselherz unserer Stadt – feierlich übergeben wurde.
Am 20.02. konnte ich gemeinsam mit der FFW TT, der Firma Gedert , Eric Westerheide und Konni Käfer den neuen Defibrillator an der Loretta-Halle seiner Bestimmung übergeben. Eine wunderbare Kooperation – für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Gäste.
Auf Anregung vom Frau Kat Weis wurde mit Unterstützung des Caritasverbandes, das Blaue Haus gegründet. Es ist der Ort für Begegnung, Ehrenamt und Veranstaltungen.

Der 01.05., ja, Tag der Arbeit und wir durften Sie sehen was die Starkenburger Initiative und unsere Ameisen uns als Bürgerprojekt erarbeitet und beschert haben. An der Himmelpforte durften wir die Himmelsliege offiziell einweihen, ein super Tag!!
Der 28.07.2025 wahrhaft königliche Tag, denn unsere neue Stadtweinkönigin Christina I. wurde in ihr Amt eingeführt – ich muss sagen, eine ausgezeichnete Wahl unserer Schröter.
Es hat mich sehr gefreut, dass der Stadtrat in seiner Frühjahrssitzung der Initiative Gedenken, Erinnern und Begegnen- „Jüdisches Leben in Traben-Trarbach“ breite Unterstützung zugesagt hat. Die Initiative möchte im umzugestaltenden „Rosengarten“ eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus errichten.

Forst:

Am 12.02. haben wir den Vorstand der Jagdgenossenschaft neu gewählt und Edgar Koch ist der Vorsitzende, was mich natürlich sehr freut.

Auf einer verwilderten Pachtfläche eines ehemaligen Jagdpächters entstehen durch die Pflanzung von 7.000 Bäumen ein neuer Wald. Der erzielte Erlös der weihnachtlichen Baumverkaufsaktion unterstützt die Stiftung „Vor Tor der Hoffnung“ für krebskranke Kinder. Gemeinsam mit RPR sowie engagierten Schülerinnen und Schülern werden zudem weitere Bäume gesetzt, die unseren Wald nachhaltig bereichern.
Auch hat die Realschul+ & FOS mit unserem Forst, gesponsort von der Westenergie im Rahmen eines Bürgerprojektes, mit viel Spaß und Engagement neue Bäume rund um den Alten Bahnhof gepflanzt. Wie gewohnt war unser IJGD Workcamp (Internationale Jugend Gemeinschaftsdienste) ein voller Erfolg – für unsere Stadt, für den Erhalt und die Pflege unseres Waldes sowie für die interkulturelle Jugendarbeit. Weiteste Anreise war diesjährig aus Kolumbien. Es hat einmal mehr gezeigt, wie viel erreicht werden kann, wenn engagierte Menschen gemeinsam anpacken, und unterschiedliche Kulturen, Generationen und Interessen zusammenkommen. Ein Gewinn für alle Beteiligten und ein starkes Zeichen für gelebtes Miteinander.

Die Restarbeiten an unserer Grevenburg stehen nun schon länger an. Wie uns das begleitende Architekturbüro glaubhaft versichert, könnte sich im Frühjahr ein geeigneter Fördertopf öffnen, der uns bei der Umsetzung weiterhelfen würde. Auch hier werden wir am Ball bleiben.

Grundsteuer: Die Grundsteuerbescheid wurden sehr spät verschickt und die Annahme, dass hier weniger Steuermittel fließen würden hat sich, wenn wir unseren Haushalt betrachten, nicht annähernd bestätigt.

Meines Erachtens hat der Rat durch seine Mehrheitsverhältnisse mit Blick auf die differenzierten Grundsteuerhebesätze seine Chance leichtfertig vertan. Wir haben uns selbst die Möglichkeit einer ausgewogenen und gerechten Besteuerung genommen – sehr schade. Stattdessen halten wir nun einen Rekord, wenn auch einen negativen und traurigen.
Im Ranking liegen wir mit unserem generellen Hebesatz von 711 nur knapp hinter Bitburg, das es auf 733 gebracht hat.

Bernkastel hat die Zeichen der Zeit verstanden und für unbebaute Grundstücke gilt künftig ein Hebesatz von 1300 Prozent, für Wohngrundstücke ein Hebesatz von 500 Prozent und für Nichtwohn-Grundstücke ein Hebesatz von 1300 Prozent festgelegt. Diese Regelung hat einen städtebaulichen Hintergrund. Sie stehe im Zusammenhang mit der begrenzten Verfügbarkeit von Bauland im Stadtgebiet. Wenn es gelingt durch die Steuerschraube, in einzelnen Fällen Grundstücke für den Wohnungsbau verfügbar zu machen, könne dies einen positiven Beitrag zur Entwicklung des Wohnstandortes leisten. Jedoch soll das gesamte Aufkommen aus der Grundsteuer -wie auch bei uns- nicht weiter angehoben werden als vor der Reform.

Das Thema Hochwasser- und Starkregenkonzept gestaltet sich nach wie vor äußerst schleppend. Ich bin jedoch guten Mutes, dass wir mit den Veitsgraben in nicht allzu ferner Zukunft starten können. Die Finanzierung wird – wie so oft – spannend.

Investoren: Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern:
Ja, Rossmann kommt – alle Vereinbarungen sind unterschrieben. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte die Eröffnung im November 2026 erfolgen. Auch ein weiteres Großprojekt eines weiteren Investors steht kurz bevor. Sollte alles wie vorgesehen umgesetzt werden, könnten in unserer Stadt – in der derzeit überwiegend Ferienwohnungen auf den Markt kommen – endlich 55 dringend benötigte Sozialwohnungen entstehen.
Dringend erforderlich wäre zudem ein Investor für das abgebrannte Haus in der Weiherstraße mit der Stadtmühle. Ich habe versucht, mit dem Besitzer Kontakt aufzunehmen, leider bisher ohne Erfolg.

Kautenbach: Kaum zu fassen, aber wahr, am 08.03. durften wir endlich die Brücke über den Kautenbach einweihen. Ein wahrhaft, wie es mein Name schon sagt, ein langer Weg und eine finanzielle Herausforderung.

Und die nächste Herausforderung wartet schon auf uns, denn wir planen die nächste, nicht sonderlich kostengünstige, Mauersanierung.

Des Weiteren habe wir im Rahme des Starkregenkonzeptes noch Arbeiten zu verrichten.

Was aber noch immer nicht in Angriff genommen werden kann ist die Sanierung der L187, hier kommt der LBM nicht aus dem Quark. Dieses Thema verfolgt mich seit meinem Amtsantritt 2014!!

Die zz bedeutendste Investition für unsere Kinder und die Stadt, ist der Neubau unsere Kita Rappelkiste! 8.442.400 € Investition, bei einer Förderung von 3.464.380,77 €!! Wie man sehen kann hat das Projekt Fahrt aufgenommen und wir hoffen, im Sommer 2027 das Ganze mit dem Umzug aus der Realschule+ & FOS abschließen zu können.

Kita Schatzinsel: Das Vergabeverfahren wurde am 24.03. eingeleitet, aber das Projekt ist durch die EFRE-Fördermittel in einem höchst spannenden zeitlichen Korsett geschnürt. Ebenfalls eine großartige Investition in die Zukunft für unsere jungen Familien in Höhe von 4.954.900 € bei einer Förderung in Höhe von 1.818.308,22 €

Leerstand: Es bedarf nicht immer großer, hochtrabender Pläne. Eine Idee muss in Konsequenz umgesetzt werden. Umso mehr freute es mich am 16.05, das Natale Meli und seine Frau „La Bottega“ eröffnet haben. Ein kleiner aber feiner Laden als Nahversorger. Vielleicht findet ihr Beispiel Nachahmer.

Unser Mittelmoselmuseum konnten wir erfolgreich in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept -kurz ISEK genannt- integrieren. Damit ist der Weg für die Sanierung nun geebnet. Wir planen drei Bauabschnitte, um das Projekt Schritt für Schritt umzusetzen.

Partnerschaft: Zum Jakobstag besucht uns eine Delegation aus Wangen. Das Fest unserer Schröter begeistert und Daria Hof saß mit uns im Krönungsrat. Daria Hof, die Gemeindepräsidentin unserer Partnerstadt übergab am 13. August die Amtsgeschäfte an Laurent Karrer.

Presse: Immer häufiger entstehen negative Stimmungen und verzerrte Darstellungen durch soziale Medien. Auch in den Printmedien finden positive Nachrichten nur selten noch Platz – scheinbar sind diese nicht mehr gefragt. Für Teile der schreibenden Zunft gelten good news, eher als bad news, da sie angeblich schlechte Umsatzzahlen generieren. Mein Appell an die Schreibend Zunft: Schreibt doch bitte mehr über das viele positive was um uns herum geschieht!!

Lob und Kritik gehören selbstverständlich zu einer lebendigen Demokratie. Doch Ton und Art entscheiden darüber, ob Kritik etwas verbessert oder Vertrauen zerstört.
Wir stehen für Transparenz, offene Kommunikation und respektvollen Austausch.
Ich lade jede Bürgerin und jeden Bürger ein, direkt mit mir, mit uns ins Gespräch zu kommen und sich selbst ein Bild zu machen – gerade auch von den positiven Aspekten unserer Arbeit, die in der Presse häufig kaum noch Beachtung finden.

Quartierskonzept: Ja, ein trauriges Kapitel. Die Idee war grundsätzlich gut, mit der Ausführung haperte es und die Beteiligung unserer Trarbacher Mitbürgerinnen und Mitbürger war – ich nenne es mal so – eher suboptimal.

Sicherheit: Bedingt durch die angenehmen sommerlichen Abendtemperaturen entwickelten sich unser ZOB sowie die Ruheecke vor der VG schnell zu Hotspots. Trinkgelage und Pöbeleien gehörten zeitweise zum Alltag, auch kriminelle Handlungen gingen von dort aus. Der verstärkte Einsatz der PI Zell konnte nur bedingt Abhilfe schaffen. Der Ruf nach einer durchgehenden 24/7-Polizeipräsenz verbreitete sich prompt in den sozialen Netzwerken.
Die entsprechende Anfrage unseres VG-Bürgermeisters wurde vom Ministerium des Inneren jedoch als nicht notwendig eingestuft, da Traben-Trarbach in der Kriminalstatistik -im landesweiten Vergleich- sehr weit unten rangiert.
Für das kommende Jahr werden wir uns daher etwas wirklich Nachhaltiges einfallen lassen müssen, um dem Einhalt zu gebieten, gerade in Hinblick auf unseren Tourismus.

Spenden: Am 20.03. durfte ich einen Scheck in Höhe von 6.000 € seitens der River Cruises für die Jugendarbeit entgegennehmen. Diese 6.000 € sind uns durch die Bußgelder der „Schwarzanleger“ an deren Steiger zugeflossen.
Sehr gefreut habe ich mich außerdem darüber, dass Patric Polch und Sebastian Bodensteiner unseren Kindern die neue Kletterspinne für den Spielplatz an der Mosel finanziert haben.
Auch unser Wasserspielplatz ist inzwischen in trockenen Tüchern – der Startschuss ist gefallen und wir planen die feierliche Eröffnung zu Karfreitag dieses Jahre.

Sport: FC und VfL unterstützen die Stadt beim Aufbau der Ballfangzaun-Anlage, wodurch unsere Kosten deutlich reduziert wurden. Auch die Arbeiten an der neuen Flutlichtanlage sollten beendet sein. Die Wiederherstellung der durch das Hochwasser beschädigten Rasenfläche – einschließlich der Installation einer integrierten Bewässerungsanlage – soll nun zeitnah erfolgen.

Stadtentwicklung:

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK liegt endlich vor und geht nun in die Umsetzungsphase. 14,5 Million an Födersumme, nicht schlecht!! Wir werden die Projekte im neuen Jahr priorisieren, da bekanntlich das Ganze in gut 8-10 Jahren abgearbeitet sein muss.

Steiger am Anker & Viking: Ein denkwürdiger Tag, der 03.02. Installation des Steigers am Anker, die Abnahme durch das WSA erfolgt am 30.04. Nach langen schlaflosen Nächten, ist er gefunden, der Standort für den Trafo der Viking. Avisierter Baubeginn, Februar 2026.

Straßen & Wege:

Die Sanierung der Enkircher Str. am Rosengarten sollte eigentlich 2025 begonnen haben. Naja, dann ein neuer Versuch in 2026.

Die Satzung der Feld-,Weinbergs- und Waldweg wollten wir schon lange, dringend überarbeitet haben, aber daraus ist leider wieder nicht geworden. Also ein neuer Versuch in diesem Jahr.
Die Satzung zur Erhebung der wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge ist endlich veröffentlicht. Damit kann der dringende Ausbau der Römerstraße einschließlich der Nebenstraßen, sobald die Finanzierung gesichert ist, endlich in Angriff genommen werden.

Tourismus: Der MoselWeinNachtsMarkt boomt. Unsere Gäste ebenso wie die nationale und internationale Fachpresse sind voll des Lobes und zeigen sich ausgesprochen zufrieden mit unserem tollen Event.
Ein Projekt, nein , eine Herausforderung ist die „Immasive Unterwelt“. 2,100.000 € Investitionssumme bei einer Förderquote von 85%. Es hat unsere TI viel Zeit und Nerven gekostet, aber es scheint langsam zu funktionieren.
Unsere Jugendherberge erstrahlt in neuem Glanz. Sie hat zum Jahresbeginn wiedereröffnet. Wir durften uns die Räumlichkeit im Vorfeld anschauen und ich muss sagen, ich war, ich bin begeistert. 30.000 Übernachtungen sind möglich, wobei 20.000 Übernachtungen bereit gebucht sind.
Auch die mittlerweile eingeführte GästeCard entfaltet zunehmend ihre Wirkung. Der Gästebeitrag entlastet unsere Tourismusbeitragszahler spürbar. Was mich jedoch nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass es immer wieder Vermieter gibt, die ihren Gästen die GästeCard vorenthalten und den Gästebeitrag nicht entrichten aber die Reduktion über Tourismusbeitrages billigend in Kauf nehmen.
Ein solches Verhalten ist gegenüber der Gemeinschaft schlicht unsozial, unehrlich und unfair. Ich hoffe daher sehr, dass die Verwaltung sich dieses Themas zeitnah verstärkt annimmt.

Umwelt: Der Dreck-weg-Tag 2025, war wieder ein großer Erfolg. Großen Dank an unsere Vereine, Bürgerinnen und Bürger. Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich nicht das einzige aktive Ratsmitglied beim Dreck-weg-Tag wäre!

Durch die Installation WLAN gesteuerter Heizkörperthermostat-ventile konnten wir unseren Vorjahres Verbrauch drastisch senken. Ein echter Gewinn für unsere Umwelt und natürlich unsere Finanzen.

Vereine: Unser Musikverein feierte im Februar sein 125-jähriges Bestehen mit einem eindrucksvollen Jubiläumskonzert.
Gratulieren durfte ich im Sommer dem FC, der auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurückschauen kann.

Wolf bleibt ein anspruchsvolles Kapitel. Die Arbeiten an der K102 und der Ortsdurchfahrt sind in vollem Gange, und auch die lang erwartete Buswartehalle wird nun endlich realisiert. Auch schreitet der Glasfaserausbau voran. Selbstverständlich bringen diese Maßnahmen verkehrstechnische Einschränkungen mit sich und stellen den Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger auf die Probe. Doch eines ist sicher: Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, wird sich die Geduld auszahlen. Wolf gewinnt dadurch spürbar an Sicherheit, Aufenthaltsqualität.
Ein besonderes Datum: Am 04.10.2025 feiert unsere Feuerwehr in Wolf ihr 100-jähriges Bestehen. Ein Jahrhundert voller Engagement, Mut und Zusammenhalt – ein Anlass, auf den wir mit großem Stolz blicken dürfen.
Einen Wermutstropfen gibt es leider zu vermelden: die Insolvenz des Bauträgers der Bauruine In den Hupen. Viele Menschen haben ihr Erspartes in dieses Projekt investiert, ein Umzug ins das idyllische Wolf war fest eingeplant – und nun steht alles vor dem Aus. Wie es finanziell weitergehen soll, ist derzeit noch ungewiss.
Ich wünsche den Betroffenen von Herzen, dass sie ihr Vorhaben dennoch verwirklichen können und sich trotz dieser schwierigen Situation eine positive Lösung findet.

Tja, und wer glaubt denn immer noch, es passiere nichts?
15,6 Mio. Euro Investitionen für 2026–2028, dazu 14,5 Mio. Euro Stadtsanierung über 8–10 Jahre – und die Restsanierung der Grevenburg ist dabei noch nicht einmal eingepreist, naja, was ist das ist ja nur eine Million!!

Zum Abschluss möchte ich mich bei allen bedanken, die unsere Gemeinschaft stärken, die Verantwortung übernehmen und die sich mit Ideen, Kritik und Engagement einbringen.

Danke sage ich
- meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
- unseren „Ehrenamtlichen“ der städtischen Bücherei, dem Haus der Ikonen, dem Mittelmoselmuseum,
- unseren immer aktiven Vereinen, dem Museumsverein, und TTA und unseren Ameisen.
- unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich für ihre Stadt ehrenamtlich engagieren
- meinen drei unermüdlich ehrenamtlichen „Aktivisten“ meinen Beigeordneten Ralf Cullmann, Hajo Weinmann, Edgar Koch.
- Unserer Ortsvorsteherin/Ortsvorsteher Bea Kimnach, Andreas Michel mit den Ortsbeiräten aus Wolf und Kautenbach.
- Herzlichen Dank auch Ihnen den Ratsmitgliedern und den sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern unsere Stadt für die sie vielen Stunden ihrer Freizeit zum Wohle unserer Stadt opfern.

Danke sage ich auch
- unserem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Marcus Heintel und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
- Ein herzliches Dankeschön gilt dem DRK, der Feuerwehr und unserer gesamten Blaulichtfamilie. Ihr seid rund um die Uhr für uns da – oft unsichtbar, immer zuverlässig und mit einer beeindruckenden Professionalität.
Ob in Notlagen, bei medizinischen Einsätzen, Bränden, Unfällen oder Großereignissen: Auf euch ist Verlass. Ihr schenkt Sicherheit, spendet Trost, rettet Leben und seid da, wenn alle anderen Schutz suchen.
Euer Engagement, eure Bereitschaft und eure unbezahlbare Arbeit verdienen größten Respekt und tiefen Dank.
Ihr seid ein unverzichtbarer Pfeiler unserer Gemeinschaft – und wir sind stolz, solche Menschen in unserer Mitte zu haben. Vielen Dank für euren Dienst. Vielen Dank für euren Mut. Vielen Dank, dass ihr für uns da seid.

Die 68. Aktion Dreikönigssingen 2026

Einsatz gegen Kinderarbeit steht im Mittelpunkt der Sternsingeraktion

„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ heißt das Leitwort der 68. Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder die Sternsingerinnen und Sternsinger von Tür zu Tür ziehen. Beispielland der Aktion rund um den Jahreswechsel ist Bangladesch, inhaltlich steht der Einsatz gegen Kinderarbeit im Mittelpunkt.

Bei der 67. Aktion zum Jahresbeginn 2025 hatten die Sternsingerinnen und Sternsinger mehr als 48 Millionen Euro gesammelt. In 7.328 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten hatten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der Aktion beteiligt. Mehr als 1,4 Milliarden Euro sammelten die Sternsinger seit dem Aktionsstart 1959, mit denen Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden. Träger der bundesweiten Aktion sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Gegen Kinderarbeit und für Schutz und Bildung

Die Aktion 2026 bringt den Sternsingerinnen und Sternsingern das Thema Kinderarbeit näher und zeigt, wie wichtig die Kinderrechte auf Schutz und Bildung sind. Das Dreikönigssingen ermutigt die Sternsinger und ihre Begleitenden, sich gegen Kinderarbeit einzusetzen und eine gerechte Welt zu gestalten. Jüngste Erhebungen zeigen, wie wichtig dieses Engagement ist. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, nicht erreicht. 138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch in Deutschland in den Handel.

Durch den Einsatz der Sternsinger in Deutschland werden Kinder in aller Welt gefördert. Straßenkinder, Flüchtlingskinder, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser und Nahrung fehlen, deren Rechte missachtet werden oder die ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in rund 90 Ländern der Welt werden in Projekten betreut, die mit Mitteln der Aktion Dreikönigssingen unterstützt werden.

Bundesweit eröffnet wurde die 68. Aktion Dreikönigssingen am
30. Dezember, in Freiburg. Die Erzdiözese Freiburg ist zum zweiten Mal Gastgeber für einen Aktionsauftakt zum Sternsingen. Am Neujahrstag haben Sternsinger aus dem Bistum Münster im Petersdom den Gottesdienst mit Papst Leo XIV. mitfeiern dürfen. Sternsingergruppen aus allen 27 deutschen Diözesen wurden Anfang Januar im Bundeskanzleramt in Berlin empfangen. Pünktlich zum Dreikönigsfest am Dienstag, 6. Januar, sind Sternsinger aus dem Erzbistum Paderborn zu Gast bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Sabine Verheyen, Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, empfängt am Mittwoch, 14. Januar, Sternsinger in Brüssel.

Unseren Sternsingern einen herzlichen Dank für euer großes Engagement. Wie uns Ministerpräsident Alexander Schweitzer beim Neujahrsempfang in Hetzerath verraten hat, war auch er einst Sternsinger. Ihr seht also: Aus einem Sternsinger kann einiges werden – eurer Karriere stehen damit nichts mehr im Wege.

Unsere Sternsinger schauen nachher noch bei Ihnen vorbei, um für das Projekt zu sammeln. Seien Sie also großzügig: Lassen Sie das Kleingeldfach geschlossen – die Scheine fühlen sich heute eindeutig wohler in der Spendenbox!

So, ich glaube sie haben es fast geschafft, ich komme fast zum Ende.

Bitte vergessen sie nicht, sich im Gästebuch der Stadt zu verewigen

Es freut mich sehr, dass unsere Stadtweinkönigin, Christina I sich hier mit ihren Bodyguards aus der Zunft der Stadtschröter eingefunden hat um ihnen ihre Grüße zum neuen Jahr übermitteln.

Für die Organisation und die nette Bewirtung in unserem Bürgersaal sage ich herzlichen Dank an Andrea Clüsserath &Ise Michele.
Die ihnen servierten Weine und der Secco stammen aus dem Weingut Ehses.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien von Herzen ein gutes, friedliches, erfolgreiches vor allem gesundes Jahr 2026.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, bleiben sie gesund.

 

Patrice Langer, Bürgermeister der Stadt Traben-Trarbach